15.11.2019 – für meine Familie ein ganz besonderer Tag. An diesem Abend fand die erste Vernissage meiner Mutter statt. Als Ort für ihre erste Ausstellung hat sie das benild-hospiz in Illertissen gewählt. Für viele mag das im ersten Moment vielleicht befremdlich wirken. Eine Kunst-Ausstellung und ein Abend der Freude an einem Ort des Abschied nehmens, wo der Tod, den man sonst gerne verdrängt, so nah ist?

Beschäftigt man sich aber mit dem Thema der Ausstellung – Alles war, alles ist, alles wird sein – und wie meine Mutter zur Mal- und Kunsttherapie gekommen ist wird klar, es hätte keinen passenderen Ort geben können. Und auch wenn der Tod im Hospiz immer allgegenwärtig ist, so ist es auch ein Ort des Friedens an dem man das Leben und jeden einzelnen Tag davon bewusst wahrnimmt und lebt.

An dem Abend der Vernissage waren alle Interessierten eingeladen eine Auswahl der Arbeiten der letzten zweieinhalb Jahre kennen zu lernen. Die ausgestellten Bilder sind auch Bestandteil ihrer Ausbildung zur Kunsttherapeutin. Der Abend wurde mit „Veras Lebensmusik“, einer Live-Komposition von Otto Lichtner, und einem Gedicht meiner Schwester Patrizia eröffnet. Nach ein paar persönlichen Worten von meiner Mutter, dem Hospiz-Leiter Andreas Lazarek und ihrem Ausbilder Jens Drescher, erhielten die Gäste noch einen Überblick über die verschiedenen Bilder und Techniken. Sie alle sind auf Leinwand gemalt, mit Farbpigmenten und Gewürzen gestaltet oder mit Gold, Kupfer und Eisen bearbeitet. Im Anschluss hatten die Gäste Gelegenheit sich die Bilder in Ruhe anzusehen, sie auf sich wirken zu lassen und sich bei einem kleinen Umtrunk und leckeren Häppchen darüber auszutauschen.

Mein Lieblingsbild: „Vertrauen“
Dezember 2017 / Rahmen: 1,25 m x 40 cm / Preis: 620 €

Für meine Mutter war es ein sehr besonderer, emotionaler und gelungener Abend, denn die Reaktionen der Gäste waren so positiv und herzlich und haben sie darin bestärkt ihre Arbeit und ihren Weg weiter zu gehen. Der Abend hat auch dazu beigetragen Ängste und Hemmungen gegenüber dem Ort „Hospiz“ und den Themen Tod und Trauer abzubauen.

Reaktion einer Ausstellungsbesucherin:

„Unglaublich, wie viel Dynamik in einigen Bildern steckt. Dann strahlen manche wieder eher Ruhe aus. Meine persönlichen Favoriten: Die Kupfer-Serie.“

Die Ausstellung bleibt bis 31.05.2020 geöffnet und kann nach vorheriger Anmeldung im Hospiz besichtigt werden. Einige der Bilder stehen auch zum Verkauf.

Hinweis: Aufgrund der aktuellen Gesundheitslage ist eine Besichtigung momentan leider nicht möglich.