Die Liebe — 5. April 2021

Die Liebe

Jeden Tag überlege ich mir, was ich an diesem Tag geliebt habe, und schreibe einen Satz auf die Leinwand in rot, grün oder weiß.

Ich habe es heute geliebt, an der Iller spazieren zu gehen.
Heute habe ich den Wind auf meinem Gesicht geliebt.
Ich habe es heute geliebt …

Die 2. Stele was habe ich heute geliebt Bild 69


So entsteht am Ende eine neue Komposition.


Ich liebe.
Die Liebe sagt: Du bist wertvoll.
Liebe schenkt uns einen Ort, an dem wir zuhause sind.
Liebe ist ein Besitz, den wir großzügig verschenken dürfen.
Die Liebe ist eine Quelle in uns, die nie versiegt.
Die Liebe kennt keine Grenzen.

Die Liebe – unser wertvollster Schatz.

Sie schenkt uns:
Geborgenheit
Sicherheit
Schutz
Vertrauen
Mut

Freiheit
Frieden

Der Klang des Todes im Leben — 21. Februar 2021

Der Klang des Todes im Leben

Ein wichtiges Thema während meiner Ausbildung war die Auseinandersetzung mit dem Tod. Für mich persönlich war es ein Weg, mich mit dem Tod meines Mannes auseinanderzusetzen.

Wenn wir uns mit dem Tod beschäftigen, können wir zu uns selbst finden.
Wenn wir uns mit dem Tod beschäftigen, lernen wir zu verstehen, wer wir sind.
Wenn wir uns mit dem Tod beschäftigen, sind wir geborgen in der Natur und dem Universum.
Wenn wir uns mit dem Tod beschäftigen, sind wir offen für Veränderungen.
Wenn wir uns mit dem Tod beschäftigen, erhalten wir manche persönliche Botschaft.
Wenn wir uns mit dem Tod beschäftigen, kommen wir mit schwierigen Situationen besser zurecht.
Wenn wir uns mit dem Tod beschäftigen, erhalten wir Einsicht in das Zusammenspiel der Kräfte.
Wenn wir uns mit dem Tod beschäftigen, beschäftigen wir uns auch mit dem Leben.
Wenn wir uns mit dem Tod beschäftigen, wird uns wieder bewusst, was wirklich zählt im Leben.

Das Leben selbst ist eine Überraschung. Jede Minute, Stunde, jeder Tag, jeder Monat, jedes Jahr ist neu und gibt uns die Chance, neu anzufangen. Auch wenn die Wissenschaft heute viel erklären kann, so hat das Leben noch manches Geheimnis, das die Menschen nicht entschlüsselt haben. Im Leben eines jeden Menschen gibt es Momente, die ganz besonders sind. Wir lassen uns jeden Tag neu auf das Leben ein, weil es für uns wertvoll ist.
Können wir uns im Leben auf den Klang des Todes einlassen? Ist er auch für uns wertvoll?
Ich denke, wir sollten ihm eine Chance geben und von Zeit zu Zeit auf ihn hören. Dann zeigt uns der Tod auch seine andere Seite.
Die Auseinandersetzung mit dem Sterben ist eine Aufgabe, mit der sich jeder für sich selbst befassen muss. Das kann kein anderer Mensch für uns übernehmen. Nur, wenn wir uns mit unserem eigenen Tod auseinandersetzen, können wir Menschen im Sterbeprozess begleiten und für sie da sein, wenn die Reise des Lebens endet.
Auch wenn ich oft an meine Grenzen gestoßen bin, hat mir diese Arbeit ein Stück Freiheit und Frieden geschenkt.

Nun bin ich seit Dezember 2020 Kunsttherapeutin (SHB) und ich freue mich darauf, meine Erfahrungen und mein Wissen weiterzugeben.

Momente des Grüns —

Momente des Grüns

Der Mondzyklus im Zeichen des Wandels
Im Unterricht stellte uns Jens Drescher die Aufgabe der Kontinuitätsübung vor. Die Aufgabe ist, 30 Tage lang etwas Positives über ein bestimmtes Thema zu schreiben und zu malen.
Kontinuitätsübungen sind eine Art Meditation. Sie sind eine kleine Auszeit im Alltag und helfen uns, aus Hektik und Stress auszubrechen. Unsere Gedanken werden fokussiert und neu ausgerichtet. Wir können Energie tanken, zur Ruhe kommen und unsere Aufgaben gelassener bewältigen.
Wir kommen wieder zu uns selbst.
Im Februar möchte die Saat aufbrechen, sie möchte sprießen.
Mit Grün stärken wir unsere Immunkräfte.
Jeden Tag schauen wir in der Natur nach dem Grün des Tages.
Was will mir dieses Grün sagen?
Ich schreibe es auf und male dazu ein kleines Bild.

1. Den Frühling begrüßen: Ich entdecke das erste Schneeglöckchen

01.02.21 (6)

2. Dem Grün begegnen: Die Sonne lässt das Moos strahlen

02.02.21.

3. Die Kommunikation der Grashalme

03.02.21 (3)

4. Den Boden bereiten: Grün durchdringt die Erde

04.02.21 (2)

5. Einer von vielen

05.02.21 (3)

6. Das Spiel von Hell und Dunkel

06.02.21 (6)

7. Liebe Gruße von Herrn und Frau Hauswurz

07.02.21 (3)

8. Die Brennnessel

08.02.21 (4)

9. Weiß deckt Grün zu

09.02.21 Grün versteckt sich

10. Grün – das Experiment

10.02.21 Das Experiment

11. Die Stimmung

11.02.21

12. Leo Lionni: Das kleine Blau und das kleine Gelb

12.02.21 Das kleine Blau und das kleine Gelb

13. Freiheit

13.02.21 Freiheit (5)

14. Sich aktiv in Grün verlieben

14.02.21 über das aktive Verlieben

15. Das Fortgehen

15.02.21 Das Fortgehen

16. Die Woge

16.02.21 Die Woge (2)

17. Die schwächere Stärke

17.02.21Die schwächere Stärke

18. Wachsen um zu blühen

18.02.21 Wachsen um zu Blühen

19. Der Herzschlag des Lebens

19.02.21 Der Herzschlag des Lebens

20. Liebe, Licht und Wärme

20.02.21 Liebe Licht und Wärme

21. Die Saat geht auf

21.02.21 Die Saat geht auf

22. Das offene Tor

22.02.21 Das offene Tor

23. Der Tanz

23.02.21 Der Tanz

24. Die Kathedrale des Lebens

24.02.21 Die Kathedrale des Lebens

25. Das neue Land

25.02.21 Das neue Land

26. Der Atem des Baumes

26.02.21 Der Atem des Baumes

27. Die Fuge

27.02.21Die Fuge

28. Die Verwandlung

28.02.21 Die Verwandlung

29. Die Schatten weichen

01.03. Die Schatten weichen

30. Grün verabschiedet sich

02.03.21 Grün verabschiedet sich
Sehnsucht —

Sehnsucht

In diesem Bild vereinen sich Farbe, Duft und Form.
Bienenwachs, Myrrhe, Weihrauch – die Materialien sprechen für sich.
Das Wort „Sehnsucht“ mit Bienenwachs geschrieben steht für das leuchtende Wort in dieser Zeit.

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Myrrhe steht für ein ideales Handeln, für den Gesang und für das, was in mir in Übereinstimmung ist.
Weihrauch heißt durch den Rauch sprechen und steht für das blühende Denken.

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Sehnsucht
Wir alle tragen eine Sehnsucht in uns.
Was verbinden wir mit diesem Begriff?
Welches Gefühl ist in uns, wenn wir an das Wort Sehnsucht denken?
Die Sehnsucht fordert uns auf, aktiv zu werden.
Die Sehnsucht sucht den Weg, wie es für uns weiter geht.
Die Sehnsucht leitet den Wandel ein.

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Sehnsucht
Wünsche
Träume
Erfüllung
Liebe
Freiheit
Frieden

Die Sinfonie des Universums — 26. Dezember 2020

Die Sinfonie des Universums

Das neue Bewusstsein: Wir sind Teil der Schöpfung. Wir sind Teil des großen Ganzen. Jeder einzelne von ist gefragt. Wir müssen lernen wieder zu sehen, was wir wirklich brauchen. Sehen wir vor lauter Angst, Sorge und Unsicherheit noch das Wunder des Menschseins?
Hören wir auf den Klang und die Schönheit des Universums, dann spüren wir die Kraft, die uns trägt.

Verliebe dich jeden Tag neu in das Wunder, das du bist.

Wunder
In mir
In dir
In der Welt
Das Wunder in allem

Die Sinfonie des Universums

Das Selbst auf der Suche nach Verwirklichung — 19. November 2020

Das Selbst auf der Suche nach Verwirklichung

In unserem Leben gibt es eine dunkle und helle Seite. Die dunkle Seite fragt nach unseren Motiven und danach, was wir getan haben. Der helle Teil fordert uns auf, das neue Land zu betreten.

Zunächst habe ich in dem Bild Schwarz und Weiß gleichzeitig gestaltet. Es entsteht eine Zwielicht-Zone. Die Verbindung zwischen Schwarz und Weiß ist das Grün. Grün steht für die Lebenskraft. Was soll durch mich blühen? Blühen ist die Sehnsucht der Seele.
Die Blüte in Purpur steht für die Vision im Kommenden. Für mich bedeutet das: Meine Ausbildung zur Kunst-und Maltherapeutin ist zu Ende. Welcher Schritt ist nun mein nächster?
Gold besiegelt das, was ich getan habe und was ich tun werde.

Handle ich aus mir selbst heraus, erlebe ich die Welt als Wunder und erahne das Wunder, das in mir lebt.

Im Schwarz geborgen
das Geheimnis

Im Weiß das neue Land betreten
die Geburt

Im Grün die Kraft zu leben und zu wachsen
Selbst zu sein

Purpur
Was soll sein?
Was soll werden?

Gold
das Fenster

Offenbarung

Die Rose von Jericho — 11. November 2020

Die Rose von Jericho

Die Rose von Jericho (Foto: Martin Ebert)

Das Corona-Virus wirbelt unser aller Leben durcheinander. Wir leben in einer Zeit der Angst und Verunsicherung. Unser Alltag wird bestimmt von Regeln und Einschränkungen. Umso wichtiger ist es, dass wir uns auf uns selbst besinnen und auf unsere innere Stimme hören. Diese Zeit fordert uns auf innezuhalten und in Einklang mit uns kommen.

In diesem Zusammenhang entstand das Bild „Die Rose von Jericho“ (Rahmengröße: 90 cm x 80 cm).
Die Rose von Jericho ist eine Wüstenpflanze und wirkt zunächst unscheinbar. Wenn wir sie aber in eine Schale mit ein wenig Wasser legen, öffnet sie sich und das, was trocken scheint, wird grün. So blüht die Rose immer wieder auf. Lassen wir sie trocknen, sieht sie anschließend aus wie ein trockenes Knäul.
Die Rose braucht nicht viel zum Leben. Sie ist sehr genügsam.
Wir Menschen wollen immer mehr. Doch in der Pandemie müssen wir lernen, auf Vieles, was uns wichtig ist, zu verzichten. Wir müssen trotz aller Widrigkeiten das Leben leben und seinen Zauber jeden Tag entdecken.

Der Zauber des Lebens spiegelt sich in diesem Bild wider.
Die Grundierung habe ich mit Hämatit gearbeitet. Die sinnliche Wahrnehmung entstand über meine Hände, mit denen ich das Material auf das Bild aufgetragen habe. Hämatit ist das „Mut-mach-Eisen“ unserer Zeit.
Anschließend habe ich Zinn mit feinen Glaskügelchen vermischt und grob mit einem Spachtel auf das Hämatit gestrichen. Zinn steht hier für die Macht im Menschen.
Sandelholz und Purpur habe ich in flüssigem Zustand auf das Bild fließen lassen. Sie haben sich ihren eigenen Weg gesucht. Sandelholz schenkt uns innere Wärme.
Genauso habe ich das Zentrum mit Gold, den „Zauber des Lebens“ gearbeitet.

Die Stimmung und die Harmonie dieses Bildes begleiten mich durch diese schwierige Zeit und erinnern mich daran, mir selbst, meinem Wesen treu zu bleiben.

Malprojekt „Neuanfang“ — 13. April 2020

Malprojekt „Neuanfang“

Bei den Vorbereitungen zu meiner ersten Ausstellung im benild-Hospiz in Illertissen entstand im Gespräch mit dem Hospizleiter die Idee ein Malprojekt anzubieten, um Menschen die Möglichkeit zu bieten, selbst einmal Erfahrungen mit den verschiedenen Materialien zu machen.

Ich entschloss mich, im neuen Jahr damit zu beginnen.
Am Jahresanfang will man immer etwas verändern, setzt sich neue Ziele, die aber dann nach ein paar Wochen vergessen sind und bis zum nächsten Jahr wieder in einer Schublade verschwinden.

So war das Thema des Projekts: Neuanfang
Teilnehmer waren Mitarbeiterinnen des Hospiz in Illertissen und der Hospizleiter.
Der Text „Gift of Love“ war der Einstieg in das Thema.

Am ersten Abend haben die Teilnehmer einen Rahmen mit Holzleisten gebaut, ihn mit Gewebe „Loire“ bezogen und eine Grundierung mit Ingwer aufgetragen. Danach konnten sie zwischen verschiedenen Weißtönen wie Marmormehl, Champagnerkreide oder Titanweiß wählen. Weitere Gestaltungsmaterialien waren Bergkristall, Rosenquarz und Glimmer.
Am zweiten Abend haben sich die Teilnehmer über ihre Bilder ausgetauscht und anschließend Veränderungen vorgenommen und es fertiggestellt.
Ein besonderer Höhepunkt des Bildes stellte die Zentrierung mit Blattgold dar. Mit der Zentrierung gibt man sich einen Platz im Bild. Das Gold steht für „ich bin“.

Alle Teilnehmer waren frei in der Auswahl des Materials, der Werkzeuge und der Gestaltung. Jeder hat konzentriert und mit Freude an seinem Bild gearbeitet. Es entstand eine wohltuende Ruhe. Die sinnliche Wahrnehmung stand bei allem Tun im Vordergrund. Es entstanden individuelle Bilder, jedes mit einer eigenen Aussagekraft.

Den Rat, den ich am Ende des Abends gegeben habe:
„Vielleicht findet ihr zu Hause etwas, dass ihr in euer Bild einfügen möchtet. Ihr könnt einen kleinen Text schreiben oder ihr findet ein Zitat zu eurem Bild. Ihr werdet in dem Moment wissen, was zu eurem Bild passt.“

Am Ende des Abends ging jeder mit einem guten Gefühl, einer inneren Ruhe und großer Zufriedenheit mit dem, was er geschaffen hatte, nach Hause – so das Feedback aller Teilnehmer.

Alles war, alles ist, alles wird sein —

Alles war, alles ist, alles wird sein

Alles war, alles ist, alles wird sein – Das war das Motto meiner ersten Ausstellung im Jahr 2019, welche im Rahmen der Hochschul-Zertifizierung als Kunsttherapeutin (SHB) im benild-hospiz in Illertissen stattfand.

Alles war

2016 starb mein Mann an Krebs. Mir war es wichtig ihm in dieser Ausstellung noch einmal zu danken für die gemeinsame Zeit, die wir hatten.

Alles ist

2017 begann ich meine Ausbildung zur Kunst- und Maltherapeutin. Im Atelier von Jens Drescher für Kunst und Kommunikation in Ulm begann ein neuer Weg für mich. Es war ein erster großer Schritt in eine mir noch fremde Welt.

Zu Beginn des Unterrichts vermittelt uns Jens immer den theoretischen Hintergrund des jeweiligen Themas. Wir bekommen Aufgaben für unsere eigene Biographiearbeit, Wissen aus der Psychologie, Pädagogik, Medizin, der griechischen Mythologie, der Farbenlehre und vieles mehr.
Auch tauschen wir uns über aktuelle, gesellschaftliche Probleme aus.
Kommunikation steht hier für einen liebevollen Umgang miteinander, für echte Gespräche. Dieses Miteinander und der Austausch im Unterricht sind für mich sehr wertvoll.

Durch die kreative Arbeit fand ich nach langer Zeit einen Raum, in dem ich „sein“ durfte, einen Raum um mich selbst zu finden und zu entfalten. Das Material selbst hat eine hohe Weisheit. Du arbeitest mit dem Material und das Material arbeitet mit dir.
Jedes Bild hat eine eigene Wahrheit und erzählt eine eigene Geschichte. Jedes Bild ist eine Herausforderung, wo es gilt Hindernisse zu überwinden.
Viele meiner Bilder beinhalten Botschaften oder zeigen mir ein Thema in meiner Biographie, an dem ich arbeiten kann.
Wir müssen lernen unsere Bilder zu verstehen. Dann können sie uns Hilfe sein, manches klarer zu sehen, etwas zu hinterfragen. Wenn wir das verstanden haben, können wir in unserem Leben etwas verändern.

Für Menschen, die wie ich eine tiefe Trauer oder einen großen Schmerz erfahren haben, ist das sehr wichtig.


Alles wird sein

Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft – alles ist miteinander verbunden.

Viele Menschen waren nach der Ausstellung tief berührt von meinen Bildern. In Gesprächen haben sie mir Mut gemacht auf diesem neuen Weg zu bleiben.

So wurde die Vernissage am 15.11.2019 für mich zu einem einzigartigen Geschenk.

Nach dem Abschluss meiner Ausbildung sehe ich meinen Schwerpunkt in der Trauerarbeit, da ich mich während der Ausbildung sehr intensiv mit dem Thema Sterben und dem Tod beschäftigt habe.
Die Welt der Farben, Gewürze, Steine und vieles mehr ermöglichen uns vielfältige Erfahrungen zu machen.

Alles war, alles ist, alles wird sein.

Ausschnitt der Einladungskarte zur Ausstellung




Kunst-Ausstellung im benild-hospiz — 3. Dezember 2019

Kunst-Ausstellung im benild-hospiz

15.11.2019 – für meine Familie ein ganz besonderer Tag. An diesem Abend fand die erste Vernissage meiner Mutter statt. Als Ort für ihre erste Ausstellung hat sie das benild-hospiz in Illertissen gewählt. Für viele mag das im ersten Moment vielleicht befremdlich wirken. Eine Kunst-Ausstellung und ein Abend der Freude an einem Ort des Abschied nehmens, wo der Tod, den man sonst gerne verdrängt, so nah ist?

Beschäftigt man sich aber mit dem Thema der Ausstellung – Alles war, alles ist, alles wird sein – und wie meine Mutter zur Mal- und Kunsttherapie gekommen ist wird klar, es hätte keinen passenderen Ort geben können. Und auch wenn der Tod im Hospiz immer allgegenwärtig ist, so ist es auch ein Ort des Friedens an dem man das Leben und jeden einzelnen Tag davon bewusst wahrnimmt und lebt.

An dem Abend der Vernissage waren alle Interessierten eingeladen eine Auswahl der Arbeiten der letzten zweieinhalb Jahre kennen zu lernen. Die ausgestellten Bilder sind auch Bestandteil ihrer Ausbildung zur Kunsttherapeutin. Der Abend wurde mit „Veras Lebensmusik“, einer Live-Komposition von Otto Lichtner, und einem Gedicht meiner Schwester Patrizia eröffnet. Nach ein paar persönlichen Worten von meiner Mutter, dem Hospiz-Leiter Andreas Lazarek und ihrem Ausbilder Jens Drescher, erhielten die Gäste noch einen Überblick über die verschiedenen Bilder und Techniken. Sie alle sind auf Leinwand gemalt, mit Farbpigmenten und Gewürzen gestaltet oder mit Gold, Kupfer und Eisen bearbeitet. Im Anschluss hatten die Gäste Gelegenheit sich die Bilder in Ruhe anzusehen, sie auf sich wirken zu lassen und sich bei einem kleinen Umtrunk und leckeren Häppchen darüber auszutauschen.

Mein Lieblingsbild: „Vertrauen“
Dezember 2017 / Rahmen: 1,25 m x 40 cm / Preis: 620 €

Für meine Mutter war es ein sehr besonderer, emotionaler und gelungener Abend, denn die Reaktionen der Gäste waren so positiv und herzlich und haben sie darin bestärkt ihre Arbeit und ihren Weg weiter zu gehen. Der Abend hat auch dazu beigetragen Ängste und Hemmungen gegenüber dem Ort „Hospiz“ und den Themen Tod und Trauer abzubauen.

Reaktion einer Ausstellungsbesucherin:

„Unglaublich, wie viel Dynamik in einigen Bildern steckt. Dann strahlen manche wieder eher Ruhe aus. Meine persönlichen Favoriten: Die Kupfer-Serie.“

Die Ausstellung bleibt bis 31.05.2020 geöffnet und kann nach vorheriger Anmeldung im Hospiz besichtigt werden. Einige der Bilder stehen auch zum Verkauf.

Hinweis: Aufgrund der aktuellen Gesundheitslage ist eine Besichtigung momentan leider nicht möglich.